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'Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort.
Und die Welt hebt an zu singen,
triffst Du nur das Zauberwort.'
Joseph von Eichendorff


Diese Worte üben auf mich immer wieder einen ganz besonderen Zauber aus.
Magische, verheißungsvolle Worte.
Begeben wir uns auf die Suche nach dem 'Zauberwort', erschließt sich uns die Schönheit in der Welt und inspiriert uns zu eigenem Schaffen.


Mittwoch, 1. Juni 2011

Krähenalarm!

Irgendwie rinnt mir die Zeit im Moment gerade durch die Finger wie Wasser ... deshalb komme ich auch erst heute dazu, ein Ereignis der letzten Woche zu erzählen.

Letzten Montag gab es einen kleinen Auflauf in der Nachbarschaft, weil eine Jungkrähe auf Nachbars Garagendach saß und offenbar nicht mehr wegkam. Eventuell hatte sie sich zu früh aus dem Nest gewagt. Es war ganz klar, daß die junge Krähe die Nacht nicht überleben würde, da sie so hilflos leichte Beute für die freilaufenden Katzen sein würde. Ein Rettungsplan war schnell gefaßt: mittels einer Leiter, einem Tuch und einem Karton wurde die Krähe geborgen und auf unsere Dachveranda verfrachtet. Diese Dachveranda ist sehr groß und vor allem für Katzen nicht erreichbar, trotzdem aber in unmittelbarer Nachbarschaft zum elterlichen Krähennest. Und diese Rabeneltern waren schon den ganzen Nachmittag in hellem Aufruhr aus lauter Sorge um ihre Brut.

Noch am gleichen Abend fing die Jungkrähe an, ihre Umgebung zu erkunden und spazierte munter auf unserer Veranda umher.Dabei wurde sie keinen Augenblick von den Eltern aus den Augen gelassen. Von den großen Platanen ringsumher und den benachbarten Dachgiebeln aus wurde der kleine Rabe unter lautstarkem Gekrächze bewacht. Die Bewachung ging so weit, daß die Rabenelten regelrechte Attacken gegen uns flogen, wenn wir die Veranda betraten oder auch nur Fenster oder Türen öffneten. Sogar auf der Straße vor dem Haus wurde ich lautstark von den Vögeln verfolgt und angegriffen! Da kamen schon Gedanken an Hitchcocks Film "Die Vögel" hoch! Unter diesen Umständen war es wirklich gar nicht so einfach und auch nicht ungefährlich, diese Photos zu machen.

Am nächsten Morgen war die Krähe immer noch da, spazierte weiter munter umher und machte auch immer wieder kleine Flugversuche.
Ich staunte allerdings nicht schlecht, als am Vormittag meine Nachbarin mir ein weiteres Rabenfindelkind brachte, was aus Versehen in ihrer Küche gelandet war!!! Offenbar ein Bruder oder eine Schwester des ersten kleinen Ausreißers. Dieser junge Vogel war allerdings schon etwas pfiffiger und verließ uns sehr schnell wieder über die Verandabrüstung. Ich befürchtete, daß er vielleicht abgestürzt war und eilte schnell nach draußen, um ihn eventuell erneut zu retten. Dies war aber gar nicht nötig, denn er erfreute sich mittlerweile seiner neu erlernten Flugkünste und attackierte am Ufer voller Übermut eine empört schimpfende Nilgans. Und es ist ganz unglaublich - die Rabeneltern verfolgten selbst hier harmlose Spaziergänger!!!

Der kleine Nachzügler auf unserer Dachterrasse allerdings traute sich immer noch nicht. Er fühlte sich offenbar ganz wohl zwischen meinen Blumentöpfen - bis vor unsere Verandatür wagte er sich mutig heran!
Mittlerweile schaffte der kleine Kerl es auch schon auf die Verandabrüstung und sogar auf ein kleines Bäumchen. Einmal konnte ich beobachten, wie der Kleine von einem Elternteil offenbar gefüttert wurde.(dunkler Fleck rechts oben im Bäumchen)


(der dunkle Fleck auf der Brüstung Bildmitte)

Ich selber habe mich ausführlich informiert und NICHT gefüttert, nur Wasser zur Verfügung gestellt. Dies gefiel der kleinen Krähe offenbar so gut, daß sie gleich auch mal ein munteres Bad genommen hat.(rechts unten in der Ecke)Auch am Mittwoch war die Krähe noch unser Gast. Ich konnte fast gar nix anderes tun, als diesen Vogel immerzu beobachten! Ich war fasziniert von dieser "Rabenfamilie" - wie unglaublich wachsam und entschlossen sie ihr Junges begleitet und verteidigt haben.
Am Mittag mußte ich mit unserem Hund Gassi gehen und als ich zurück kam, war die kleine Krähe verschwunden. Ich habe alles abgesucht, aber sie war nicht mehr da. Auch gab es keine Attacken mehr von den Rabeneltern. Trotzdem war ich doch sehr in Sorge um diesen noch so ungeschickten jungen Vogel und wir suchten dann noch die nähere Umgebung ab. Da wir aber weit und breit keine hilflose junge Krähe mehr gefunden haben sind wir überzeugt, daß der kleine Rabe nun doch noch das Fliegen gelernt hat.

In der Vogelwelt hat sich anscheinend herumgesprochen, daß bei uns katzenfreie Zone ist, denn unsere Veranda ist eine richtige Vogel-Kinderstube geworden - für junge Amseln, Rotkehlchen, Rotschwänzchen, Sperlinge - sogar für junge Krähen!Die Photos sind zwar keine Meisterwerke - aber hier war Schnelligkeit wichtiger als großartige Einstellungen auszuprobieren. Insofern bin ich froh, dieses Ereignis überhaupt einigermaßen in Bildern festgehalten zu haben.

Montag, 23. Mai 2011

Totalausfälle

1. Was macht man im Urlaub, wenn man Entzugserscheinungen aufgrund mangelnder Beschäftigung auf Baustellen hat???
2. Was macht man bei einem 2wöchigen Totalausfall des rechten Zeigefingers???

Ad 1: Man stürmt wieder einmal den nächstbesten Laden, wo es Wolle gibt und fängt ziellos an, Grannys zu häkelnAd 2: Man stellt fest, daß Häkeln die einzige Handarbeit ist, die ohne rechten Zeigefinger funktioniert. Also häkelt man weiter Grannys.Herausgekommen sind immerhin zwei neue, kuschelige Kissen.Nun find' ich meine Lieblings-Verandatreppe noch gemütlicher!Ich könnte jetzt glatt ins Grannyfieber fallen ... wenn da nicht noch meine Baustellen wären ... und hunderttausend andere Dinge ...
Allen noch eine herrlich sonnige neue Woche!

Freitag, 20. Mai 2011

Herrlicher Holunder!

Es ist wieder soweit - und in diesem Jahr recht früh - der Holler blüht!Und so habe ich mich bei herrlichem Sonnenschein aufgemacht um einige dieser wunderbar duftenden, cremeweißen Blütendolden zu sammeln. Schon von weitem erkennt man einen Hollerbusch. Mit seiner üppigen Blütenpracht leuchtet er einem entgegen, gut sichtbar - mal majestätisch ausladend als Einzelgänger auf weiter Flur oder gesellig inmitten einer bunt gemischten Hecke, mitunter auch heftig bewacht von einem Brennesselheer zu seinen Füßen.Man sollte bei allem Sammeltrieb allerdings keinen Raubzug starten und einen Blütenkahlschlag hinterlassen. Dem Strauch immer auch noch Blüten lassen - damit die Bienen und Insekten ihren Teil bekommen und es vor allem im Spätsommer noch genügend Früchte gibt - die bei Vögeln und Menschen gleichermaßen beliebten Holunderbeeren.

Wieder zuhause wurden die Blüten dann mit Orangen und Zitronen angesetzt - das Ergebnis seht ihr hier:Ein ordentlicher Vorrat an köstlichem Holunderblütensirup und sehr leckerer Marmelade.
Hier mein einfaches Rezept für Holundersirup:

1 Liter Wasser
ca. 25 Holunderblüten
1 Bio-Orange
1 Bio-Zitrone
1 kg Zucker
25 g Zitronensäure

Blüten eventuell durch sanftes schütteln vorsichtig reinigen - ich wasche sie nicht, damit der Blütenstaub dran bleibt - die groben Stiele entfernen, Zitrone und Orange in Scheiben schneiden und dann alles im Wasser 24 Stunden abgedeckt ziehen lassen. Danach durch ein Sieb gießen und mit einem Tuch oder Teefilterbeutel filtern.
Die Flüssigkeit in einem Topf mit dem Zucker erhitzen bis dieser sich komplett aufgelöst hat, immer gut umrühren, aufkochen, die Zitronensäure dazugeben und sofort in saubere Flaschen abfüllen.Ich fand es zu schade, die Orangen und Zitronen einfach wegzuwerfen. Also habe ich das Fruchtfleisch abgelöst - es dürfen ruhig noch ein paar Blüten daran haften, wieder ein Teil Sirup dazugegeben und in einem Topf erneut erhitzt. Das ganze habe ich dann mit dem Pürierstab zu Mus bearbeitet, eine entspprechende Menge Gelierzucker hineingeschüttet, 4 Minuten sprudelnd gekocht und sofort in Gläser gefüllt. Diese Holunder-Orangen-Zitronen-Marmelade ist so was von lecker geworden - ein bißchen so wie bittere Orangenmarmelade. Hierzu kann ich allerdings keine Mengenangaben liefern - ich hab alles ohne abmessen und abwiegen einfach nach Gefühl gebraut.So - und nach getaner Arbeit darf man sich auch ruhig mal belohnen. Ich habe das mit einem Gläschen herrlich erfrischendem Holundergetränk getan:
2cm Holunderblütensirup mit Prosecco aufgefüllt , ein paar frische Minzblätter dazu ...... himmlisch!!! Prost!

Montag, 16. Mai 2011

Rosen im Mai

Nach einem Osterurlaub und einer kleinen Finger-OP melde ich mich wieder zurück. Wie enorm wichtig so ein rechter Zeigefinger ist, merkt man erst mal bei einem Totalausfall eines solchen. Deshalb ist auch das Tippen etwas mühselig und langsam, aber in ein paar Tagen ist wohl alles wieder in Ordnung.
In diesem Frühling, der eigentlich bis jetzt ein Sommer war, sind die Rosen hier sehr früh und fast explosionsartig aufgeblüht.

Die zauberhafte 'Rose Heritage' ...... die kraftvolle 'Augusta Luise' ...... die schüchterne 'Octavia Hill' ......und die elfenhafte 'Fairy'... das betörende Farbspiel der 'Gloria Dei' ...... die strahlend orangefarbene 'Westerland' im Duett mit dem ebenso strahlend blauen Rittersporn...... die einfache Rosa rugosa ... und die ebenfalls zu den Rosengewächsen zählenden 'Brombeeren' mit ihren vielversprechenden Blüten Der Name dieser Schönheit ist mir leider abhanden gekommen - vielleicht Lady Hamilton? - oder kennt jemand ihren Namen?Dieser lustige Geselle ist ein ganz harmloser Pinselkäfer. Er hat eine absolute Vorliebe für die edle 'Winchester Cathedral'... und die 'Kletterrose Amadeus' leuchtet in einem kräftigen rotDies ist eine Auwahl meiner geliebten Rosenkinder. Ich bringe ihnen besondere Dankbarkeit entgegen, da sie mich trotz ihrer sehr bescheidenen Lebensbedingungen - nämlich in Töpfen - schon viele Jahre mit ihrer herrlichen Blütenpracht erfreuen.
So, jetzt gibts wieder öfters neue Nachrichten - besonders ein paar tolle Ideen beim Ausbau der Villa Lilla - ihr dürft gespannt sein!

Mittwoch, 13. April 2011

Dankbarkeit

Die Arbeiten in der Villa Lilla gehen weiter. Wenn auch nicht so schnell, wie ich es mir wünschte. Fußleisten anbringen, Steckdosen und Schalter setzen, noch ein letztes Fenster entlacken - alles keine Tätigkeiten, die interessante Photos hergeben.
Deshalb hier nun ein paar Eindrücke und Ausblicke vom Frühling auf unserer gar nicht perfekten Veranda. Aber wenn die Sonne scheint, wenn man gesund ist, man ein Dach über dem Kopf und jeden Tag etwas zu essen hat, dann braucht nicht alles perfekt sein. Dann muß man einfach nur dankbar sein
... für den blauen Himmel...... für die Spiegelungen in der Morgensonne......für den wunderbaren Ausblick aufs Wasser...... und für meine bescheidene Pulsatilla. Sie erfreut mich mit 5 wunderbaren Blüten - soviele hat sie in ihrem Topf noch nie hervorgebracht!Ich wünsche Euch allen jede Menge Gründe, um glücklich und dankbar zu sein.

Mittwoch, 6. April 2011

Lange habe ich geschwiegen.

Ich habe mich sogar gefragt, ob ich jemals wieder bloggen will.

Mit jedem Tag wird das Ausmaß der Katastrophe in Japan und das damit verbundene unaussprechliche Leid der Menschen größer. Verstrahlte Erde, verstrahltes Meer, verstrahlte Luft, verstrahlte Lebensmittel, verstrahlte Menschen .... zerstörtes Land, zerstörte Leben ... und ein Ende ist nicht absehbar.
Naturkatastrophen, Kriege, Hunger, Elend überall auf der Welt ... ich hatte noch nie in meinem Leben ein solches Gefühl, dass sich das alles zu einer einzigen weltumfassenden Katastrophe verdichtet.
Dazu die fast zynisch anmutenden Diskussionen unserer Politiker über Sicherheit und Restrisiko. Für mich ist es unfassbar, dass es Menschen gibt, die im Angesicht der Ereignisse in Japan immer noch nicht begreifen, was „Restrisiko“ bedeutet!!!
Wann endlich werden sie verstehen, dass es diese Sicherheit nicht geben wird und mit noch so großem technischen Aufwand nicht herzustellen ist. Da hilft auch kein Sicherheits-Check und keine Ethik-Kommission.

Ich weiß allerdings auch, dass es nichts hilft,
zu jammern und zu lamentieren.

Wir alle sind Opfer und Täter zugleich.

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in dieser Zeit ausnahmslos aufgerufen sind, unser eigenes Tun und Handeln zu überprüfen. Jeder einzelne ist aufgefordert, auch im eigenen Alltag die Wahrnehmung und das Bewusstsein für die Kostbarkeit der Schöpfung und des Lebens zu schärfen. Dazu gehört Wachsamkeit, Mut und Verantwortung – natürlich auch die Freude und das Lachen – und vor allem die Liebe.Die Liebe zu dem was wir tun.
Die Liebe zu denen, für die wir es tun.
Die Liebe, die uns entgegengebracht wird und aus der heraus wir unsere Kraft und unsere Kreativität erst entfalten können
.So werde auch ich weiterhin arbeiten, lachen, trauern, tanzen, reden, schweigen, genauso glücklich wie auch traurig sein, sicher auch mal zornig –
einfach alle Facetten des Lebens er-leben.
Und - ich werde weiterhin bloggen – und alle diese Facetten des Lebens dabei mit einbeziehen. Ich wünsche euch allen Mut und Hoffnung für eine menschenwürdige Zukunft und einen zauberhaften Frühling!