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'Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort.
Und die Welt hebt an zu singen,
triffst Du nur das Zauberwort.'
Joseph von Eichendorff


Diese Worte üben auf mich immer wieder einen ganz besonderen Zauber aus.
Magische, verheißungsvolle Worte.
Begeben wir uns auf die Suche nach dem 'Zauberwort', erschließt sich uns die Schönheit in der Welt und inspiriert uns zu eigenem Schaffen.


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Montag, 21. März 2016



Quasi als Schlußlicht im Schwarm der Fische
hab ich meinen 60. Geburtstag erreicht und gefeiert.

Ist jetzt irgendwas anders geworden?

Fühl ich mich mit 60 nun langsam alt?
Trauere ich meinen "besten Jahren" hinterher? 

Ganz ehrlich - Ja und Nein
Natürlich gehn mir viele Gedanken im Kopf herum

Ziemlich sicher hab ich nun mehr hinter mir als vor mir ...

Aber ich will weder in der Vergangenheit verhaftet bleiben noch mich in Spekulationen über die Zukunft ergehen.

Mehr denn je bin ich entschlossen, 
ganz in der Gegenwart zu Leben.
Jeden Tag, jeden Moment zu leben.
Und das gilt völlig unabhängig von der Zahl der Jahre - 
das sollten wir in jedem Alter, zu jeder Zeit. 


Und heute scheint die Sonne!
Und für heute hab ich einen Plan!
Und heute hab ich schon gelacht!

Und ihr?!

Montag, 7. März 2016

Glück

Nicht viel mehr als eine Gitarre, Mikro und Noten auf einer ansonsten leeren Bühne.
Freudige Erwartung.
Eigentlich schon ein Geburtstagsgeschenk meines Herzallerliebsten. Ein Konzertbesuch.
Da saß ich nun und schaute voller Erwartung auf die spärlich erleuchtete Bühne.


Schon viele Male habe ich Konzerte dieses Künstlers besucht.

Immer wieder lausche ich tief berührt den Liedern, die mich nun seit meiner Jugend begleiten.
Lieder, oft dem Zeitgeist entsprungen, einfach nur einer Aufrichtigkeit im Fühlen und Konsequenz im Denken folgend. Lieder, die alle Facetten des Lebens berühren. Rebellisch, poetisch, politisch, leidenschaftlich, humorvoll, trinkselig, von Liebe und Leid erzählend - aber immer zutiefst menschlich und nach wie vor aktuell - vielleicht aktueller denn je.  Fast alle kenne ich auswendig.

Lieder, die mich erinnern an die großen Ideale meiner Jugend. Nicht, daß ich sie nicht mehr hätte, diese Ideale, mein rebellisches Herz wird wohl niemals ruhen. Allein bescheidener und milder in meiner Haltung, meinem Urteil, bin ich geworden. In Manchem aber auch schärfer.

Keine Lightshow, kein Feuerwerk, keine Bühnenshow, kein Trommelwirbel - nur dieser Mann mit seiner unverkennbaren Stimme und seinem virtuosen Gitarrenspiel. Völlig unspektakulär, stellt sich vor sein Mikro, nimmt die Gitarre zur Hand und beginnt, wie er seit den frühen siebzigern fast immer begann - immer mit dem gleichen Lied.


"Heute hier, morgen dort, bin kaum da muß ich fort, hab mich niemals deswegen beklagt ..."

Möglicherweise wissen jetzt nur die älteren meiner Leser, von wem ich hier schwärme ...
Hannes Wader, einer der ältesten Liedermacher, von denen es in dieser Art vielleicht auch keinen mehr geben wird.
„Wird es nach uns wohl noch jemand geben der, wenn unser Gesang erst für immer verklingt, noch unsere Lieder singt?“ so fragt er in einem seiner Songs.
"Keiner"- beantwortet er selbst seine Frage.

Noch ist der Gesang nicht verklungen und mit der gleichen Freude und Ergriffenheit wie in all den Jahren lausche ich diesen Liedern. Worte, wie ich sie selbst nicht finden könnte und in denen ich mich trotzdem wiederfinde wie selten in irgendwelchen anderen.

Eines dieser Lieder, das ich an diesem Abend zum erstenmal höre und mich ganz unmittelbar ins Herz trifft - ein Liebeslied:

"Für Dich"
von Hannes Wader

"Wir trafen uns an jenem Abend und tranken ein Glas Wein.
Weißt Du noch - es liegt nun so lange schon zurück.
Für immer wollten wir  - Du und - ich zusammen sein.
Wir stießen auf die Zukunft an, das Leben, unser Glück.
Wir waren bereit im schwebend-glockenreinen Klang unsrer Gläser zu lauschen
- er blieb aus - sie sangen nicht.
Was wir da hörten war so ganz verzagt und bang,
ein spröder, dumpfer Ton. So klingt ein Herz, wenn es zerbricht.
'Das wird ja doch nicht gleich ein böses Ohmen sein'
habe ich ein wenig ängstlich in dem Augenblick gedacht.
Aber Du, du schenktest mir und dir noch einmal ein,
hast dich wohl auch lustig über mich gemacht - gelacht.

Seit jenem Abend haben wir längst an die hundert mal das Glas erhoben, angestoßen,
und war dann der Klang mißtönend oder auch freischwingend -  uns war es egal.
Glück und Glas können zerbrechen und doch sind bislang
unsre Herzen ganz geblieben.
Sie schlagen sogar noch immer füreinander - aber auch jedes für sich.
Ich glaube, daß sie noch das eine oder andre Jahr weiter schlagen werden
- deins für mich und meins für dich.

Es kommt vor, daß man auf einen günstigen Verlauf der Dinge hoffen und vertrauen muß,
wenn auch nicht blind.
Schlafen wir am Abend ein - wachen wir des Morgens auf, erstaunt und froh darüber,
daß wir noch zusammen sind.

Und für immer zusammen zu bleiben, dieses Ziel können wir erreichen.
Laßt uns jetzt nicht mehr soviel Mühlenkämpfe und vor allem Zeit darauf verwenden.
Nutzen wir die Zeit, indem wir sie einfach verschwenden.
Laßt uns ihr Gesetz dieses eine Mal aufheben.
Wir beide - Du und ich - von dieser Stunde an bereit, in den Tag hinein zu leben,
als bliebe uns noch beiden eine ganze Ewigkeit."

(Den Text hab ich von der CD 'Hannes Wader life' gehört und mitgeschrieben)


Ein ganz friedlicher, alltäglicher unaufgeräumter Abend
Glück.


*****


Dienstag, 23. Februar 2016

doppelstöckiges konstruktives kochen


"Oh, was ist das denn???" 
fragte ich ganz erstaunt den Herzallerliebsten,
als ich in die Küche kam während er kochte.
(Ja, mein lieber Mann kocht - gerne und gut)
So ein merkwürdiges Konstrukt auf dem Herd
hatte ich ja noch nie gesehen und konnte mir auch überhaupt keinen Reim darauf machen.
"Das ist meine geniale Erfindung - Energie sparen!" 
antwortete er - und strahlte dabei über's ganze Gesicht!


Dazu muß ich vorab kurz unseren Herd erklären. 
Er hat "nur" drei Kochstellen, d.h, drei Gasbrenner.
Zwei davon so wie man sie von Gasherden kennt. 
Die dritte ist ein Maxi-Brenner 
unter einer großen gußeisernen Platte, 
welche die Hälfte des Herdes ausmacht. 

Hier ist wieder mal alles echt - life also - die Herdplatte ist gerade nicht gewienert ...

So eine Platte hat viele Vorteile. 
Mehrere Töpfe haben darauf Platz und man kann sie 
ganz nach Belieben darauf verschieben. 
Das ist richtig toll, wenn man für viele Leute kocht - 
bei Familienfeiern z.B. 
Nach dem Kochen bleibt die Platte noch lange heiß und kühlt nur sehr langsam ab. 
Das ist ideal, um Speisen warm zu halten. 
Also das gleiche Prinzip 
wie bei den guten alten Holzherden früher.

Da wir in der Regel nur zu zweit sind und recht einfach kochen, genügen meistens 2 Feuerstellen. Aber ab und zu braucht man doch mal drei - z.B. wenn es ausnahmsweise Würstchen bzw. Fleisch gibt.

Nun also zur Technik:
Dieses Teil, was da auf dem Topf liegt ist eigentlich 
ein gußeiserner Untersetzer, 
den ich mal auf einem Flohmarkt erstanden habe. 


Zuerst hat mein lieber Ehemann also die Kartoffeln aufgestellt und das Rotkraut (aus dem Glas) erhitzt. Da die Kartoffeln so ihre Zeit brauchen, hat er dann das heiße Rotkraut mit Hilfe des Untersetzers 
über den Kartoffeltopf gestapelt. 
Doppelstöckig.


Durch den Dampf blieb das Rotkraut schön heiß und konnte weiter dünsten. 
Und der 2. Brenner wurde frei für die Würstchenpfanne.

Auf die Idee muß man erst mal kommen .... wahrscheinlich ist das typisch männlich und 
man nennt es "konstruktives Kochen" - LACH!!!

Ein sehr einfaches Essen - aber mit Spaßfaktor - 
und es hat sehr lecker geschmeckt!

Mit einem lustigen Augenzwinkern
verlinke ich diesen Beitrag mit
Traudes Aktion "A new life"

Samstag, 31. Oktober 2015

Stimmungen

Meine Stimmungslage und meine Kleidung sind immer ganz eng miteinander verknüpft. Ich kleide mich nicht unbedingt zweckmäßig sondern eher meiner Gemütslage entsprechend.
Damit meine ich nicht einfach nur Hochstimmung oder Traurigkeit. Das trifft es nicht. Ich kann z.B. supergut gelaunt sein und mich trotzdem schutzbedürftig fühlen, mich zurückziehen wollen. Auch im November muß ich keinen Novemberblues haben sondern kann singend und tanzend durch die Welt gehen.
Ich gehöre nicht zu den Menschen, die am Vorabend ihre Kleidung für den nächsten Tag planen und zurechtlegen können. Erst am Morgen, wenn ich aufwache, die Füße vor's Bett stelle oder aus dem Badezimmer komme, wähle ich meine Kleidung für diesen Tag.
Brauche ich Halt oder ist mir nach Freiheit, fühle ich mich leicht beschwingt oder erdenschwer, warm oder kalt, jung oder alt, im Einklang mit meinem Sein oder eher nicht - all das findet Ausdruck in meiner Kleidung.

Vielleicht liegt es am trüben Wetter - es wird früher dunkel, der November steht vor der Tür - daß auch meine Stimmung sich verändert. Alles ist im Wandel.
Nein, ich habe keinen Novemberblues. Ich brauch zur Zeit einfach nur ein bißchen mehr Hülle.
Und beim Blick in meinen Kleiderschrank sprang mir dieses Outfit entgegen.


Eigentlich hab ich es im Frühjahr zu Fasching getragen. 
Aber mit Alltagshaaren 
find ich es absolut alltagstaulich.


Über einem einfachen Shirt ein "Mieder", 
das aus einem ausgemusterten Blazer entstanden ist.
Wer es auch mal probieren will - hier steht, wie es geht.



Ein absolutes Lieblingsteil ist übrigens diese Brosche 
mit dem schönen keltischen Muster. 
Ich hab sie von einer Reise nach Island mitgebracht. 
Genauer gesagt von einer Zwischenstation in Schottland.


Ein Flatterrock mit einer hübschen Glitzerstickerei
 dazu ein "Über-Rock", 
der eigentlich nur eine Art Schürze ist. 
Aus einem uralten Stoffrest phantasiemäßig, 
sozusagen freihand, zusammengenäht 
und wird einfach nur umgebunden
 - vorne oder hinten - egal, grad wie es gefällt.



Ich fühle mich in dieser Aufmachung 
aus mehreren Schichten 
angenehm umhüllt und wohltuend geerdet.


Aber eigentlich kann ich nicht wirklich gut beschreiben, 
wie es sich anfühlt. 
Ich fühl mich einfach nur wohl - und das zählt!


Dann geh ich jetz mal ...


 ... und genieß das Wochenende ...


 ... das trübe Wetter
kann mir jetzt ja nichts mehr anhaben!


Und verlink mich mal schnell mit Traudes 
Rostrosenaktion "Rettet die Lachfalte"
 - da geht's auch ein bißchen um Hexentanz ...

Freitag, 23. Oktober 2015

Spülstein

Eine schöne und praktische Idee hab ich vor längerer Zeit im Blog von  Debbie, homespun living, entdeckt. Ich war so angetan davon, daß ich sie für mich umgesetzt habe - sozusagen die Idee geklaut.

Dazu vorab eine kleine Geschichte:
Vor einigen Jahren wünschte ich mir einen echten Spülstein für die Küche. So wie man sie früher hatte, aus weißer Keramik. Richtig groß und tief. Damals gab es solche Spülsteine noch nicht bzw. nicht mehr zu kaufen. Mittlerweile wieder.
Eines Tages dann fand mein Herzallerliebster ein solches Teil am Straßenrand. Nicht mehr neu. Irgendjemand wollte so einen alten Spülstein nicht mehr haben. Und so kam es, daß dieser ausrangierte Spülstein bei uns ein neues Zuhause fand.


Er bekam ein Untergestell 
aus dicken Holzbalken und Regalbrettern
mit einem Röckchen dazu 
und wurde fortan wieder innig geliebt.

Unter dem Spülstein ist ausreichend Platz 
für diverse Putzutensilien - 
nicht so spannend anzusehen, 
deshalb hier nur ein klitzekleiner Einblick



Auch als wir vor einigen Jahren umzogen, fand der Spülstein im neuen Zuhause wieder seinen Platz. Man sieht ihm seine Jahre an. Die Glasur ist von vielen Kratzern durchzogen. Teebeutel und was sonst  noch alles so manchmal dort landet, lassen ihn deshalb mit der Zeit immer ein bißchen 'schmutzig' erscheinen. Dann wird er halt mal ordentlich geschrubbt und gebleicht - 
und er strahlt wieder wie neu! 
Ein echter Wegbegleiter, mein uralter Spülstein!



Damit nicht zuviel Geschirr zu Bruch geht, 
benutze ich sicherheitshalber
 meist eine Plastikspülschüssel. 
Ist nicht so stilvoll, aber praktisch.


Im Gegensatz zu modernen Küchenspülen hab ich allerdings keine Abtropffläche. Ersatzweise liegt auf der Küchenarbeitsplatte neben dem Spülstein eine größere Glasplatte. Diese wiederum hatte ich immer mit einem Küchenhandtuch abgedeckt um dort den kleinen Abwasch zum Trocknen abzustellen. Nur - das Unterleghandtuch war immer ratzfatz klatschnaß. Nicht so wirklich toll.
Da kam mir die Idee von Debbie grad gelegen!


Ein altes Frotteehandtuch und ein etwas festerer Baumwollstoff bzw. Baumwoll-Leinen-Gemisch werden auf  das gewünschte Maß zugeschnitten und aufeinandergesteppt. Damit die beiden Stofflagen nicht gegeneinander verrutschen, hab ich in der Mitte noch mal ein Rechteck abgesteppt.
Ergibt die perfekte Abtropfunterlage! Sie nimmt wunderbar das Ablaufwasser auf, ohne sofort durchzuweichen.


Gleich mehrere Exemplare zum Wechseln 
sind entstanden.



Aus dem Rest gab's dann noch
 ganz einfache, passende Küchenhandtücher.


Für die Photos wurde übrigens
nicht geschönt und zurechtgerückt. 
So kunterbunt sieht es halt aus in unserer Küche.



Montag, 8. Juni 2015

Der Sommer kommt!

Auch wenn der Sommer heute ein bißchen Pause macht -
wir hatten doch schon sehr schöne Tage!

Hier ein paar frühsommerliche Impressionen:
 (Unmengen Bilder und wenig Text!)

Die Rosen im Hof haben im Mai Anlauf genommen ...



... lassen sich weder von Läusen
noch sonstigen Plagegeistern beirren ...
(Hier dürfen alle leben - ich hab noch nie was dagegen unternommen - und wie von Zauberhand reguliert sich gegen Mitte des Sommers alles von alleine)
 ... und können sich jetzt gar nicht mehr bremsen!




Auch solche ungeordneten Ecken gibt es im Hof
 Und hier trink ich meinen Tee am liebsten
- auf der kleinen Holzstiege zur Veranda ...
... die der Herzallerliebst aus alten Dielen gebaut hat.
Herrlich verwittert!
Die Buchstaben waren schon auf der Diele.


Für ein schönes Essen mit der ganzen Familie 
kommt das alte Rosengeschirr meiner Großmutter
wieder mal zu Ehren




Dazu gehört für mich auch
eine edle Tischdecke ...
...  -  in diesem Fall 
passen die Gläser mit den Pünktchen recht gut dazu - ...
 ... und natürlich Blumen!

Gekaufte Pfingstrosen und Schleierkraut 
vergesellschaftet mit roten Kletterrosen aus dem Hof
Ich kann gar nicht genug davon kriegen!


Die Rosen 
haben sich leider gar nicht gehalten in der Vase.
Trotzdem fand ich den Strauß immer noch schön - 
zumal die knospigen Köpfe der Pfingstrosen 
tatsächlich alle noch aufgegangen sind!
 Auch im Vergehen liegt noch eine gewisse Schönheit.

Und Sommerzeit ist für mich auch Kleiderzeit!
Am Liebsten ganz unkomplizierte Kleider 
aus Baumwolljersey ohne Knopf und Reißverschluß
- einfach überziehen und wohlfühlen!
Ein sehr einfacher Schnitt 

Schmückendes Element am Saum 
ein Nylon-Schrägband aus einem uralten Fundus 
und ein Volant aus gekreppter Baumwolle.
Ach - und ich liiiebe florale Muster ...
 
... hier herrlich blaue aquarellartige Wicken

Laßt uns den Sommer feiern!

Ein ganz herzliches Willkommen 
auch an meine neuen Leserinnen  
Und besonderen Dank an alle, die hier immer wieder 
viele nette Worte hinterlassen!