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'Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort.
Und die Welt hebt an zu singen,
triffst Du nur das Zauberwort.'
Joseph von Eichendorff


Diese Worte üben auf mich immer wieder einen ganz besonderen Zauber aus.
Magische, verheißungsvolle Worte.
Begeben wir uns auf die Suche nach dem 'Zauberwort', erschließt sich uns die Schönheit in der Welt und inspiriert uns zu eigenem Schaffen.


Montag, 1. Juni 2015

Alabama Stitch

Zur Abwechslung mal keine Baustelle!
"Alabama stitch" steht dieses Jahr 
auf meiner Nähprojekt-Liste.

Natalie Chanin ist eine Designerin, die verwurzelt ist in der alten Tradition des Nähens, des Quiltens und des Stickens. Inspiriert von diesen alten Techniken schafft sie zeitlos schöne, textile Kostbarkeiten. Kleidung, Accessoires und alltägliche Gebrauchstextilien. Alles nur mit der Hand genäht! Dabei verarbeitet sie  elastischen Baumwolljersey - gern auch mal gebrauchte Shirts. 

Ob durch Schlichtheit beeindruckend, mit phantasievollen Applikationen oder üppig mit Perlen bestickt
- jedes Teil atmet eine einzigartige Schönheit,
die fernab von üblichen Modetrends liegt.
Die Bücher von Natalie Chanin, in denen sie ihre Techniken vorstellt und erklärt, sind selbst schon kleine Kunstwerke. Über die Techniken hinaus vermitteln sie auch jede Menge "Alabama-Lebensgefühl" - Rezepte, Anekdoten, Überliefertes - und zauberhaft schöne Bilder!


Gemeinsam mit einer Freundin haben wir nun einen Mini-Zweier-Arbeitskreis gegründet. Regelmäßig treffen wir uns nun zum Alabama-Stitching.
Um uns dieser Technik anzunähern, haben wir auf kleinen Baumwollstreifen zuerst einmal ganz brav die verschiedenen Stiche ausprobiert und geübt ... um einfach mal ein Gefühl zu entwickeln.



So, und nun ist das erste handgenähte Teil entstanden. In Reverse-Appliqué-Technik.

Ein kleines Kopftüchlein - ja richtig - ein Kopftüchlein. 
Hört sich zunächst recht altmodisch an. 
Ich finde allerdings, daß dieses kleine Projekt zum Einsteigen ganz toll geeignet ist 
und daß es gar nicht altbacken aussieht.




In den Büchern selber 
findet man einige Original-Schablonen,
 man kann sich Vorlagen aber auch 
kostenlos auf Natalie Chanins Website downloaden. 


 Ich hab Schablonen
 aus Filz und auch aus Pappe gefertigt.


Mittels der hübschen Blattranken-Schablone 
habe ich das Muster auf den Jersey übertragen. 
Mit einem festen Pinsel hat es sehr gut funktioniert. 


Der schöne dunkel-taupe farbene Stoff 
war einmal ein Langarmshirt.
Ich liebe diese Farbe sehr. 
Für das Blattmuster habe ich Textilfarbe
von Javana - "eisblau" - benutzt.
Die untere Lage ist ein ganz leichter, 
zartcreme-vanilliger Jersey.


Die obere, schablonierte Lage wird dann 
auf die untere Lage festgesteckt ...


 ... und mit einem passenden Faden 
werden die äußeren Konturen des Musters umstochen. 
Ich habe ein sechsfädiges Stickgarn dazu halbiert
 - also mit 3fädigem Garn gestickt.


Zum Schluß werden die Muster aus der oberen Lage vorsichtig herausgeschnitten.


Dabei bleibt ein ca. 4 mm breiter farbiger Streifen stehen 
und die untere Lage wird wieder sichtbar.

 


Das Tüchlein ist genau richtig z.B. für Gartenarbeit 
- die Haare werden nach hinten gehalten und die Sonne 
kann mir den hellen Scheitel nicht mehr verbrennen.


Wirklich nicht so einfach, 
sich selbst im Spiegel zu photographieren!

 



Praktisch auch bei diversen staubigen Arbeiten ... 
oder einfach nur so ... zum Spaß!


Gestichelt und ausgeschnitten
habe ich es an einem Nachmittag 
- also recht flott. 
Ich kann nur sagen: Riesenspaß mit Suchtpotential!

Außerdem find ich, daß dieser Post zu
Traudes Aktion "Rettet die Lachfalte" paßt.
Schließlich ist das alte Shirt nicht einfach
im Altkleidercontainer gelandet,
sondern es taugte zu etwas Neuem, Schönem! 

P.S.
Wir haben hier zur Zeit mächtigen Wind. Also hab ich das Tüchlein gleich mal ausprobiert, denn bei solchem Wind fliegen mir die Haare immer ziemlich nervig um den Kopf und ins Gesicht. Auch wenn ich sie mit einem Gummi bändige oder hochstecke -
der Wind zerrt ständig wieder Strähnen heraus ...
Das Kopftuch hat sich super bewährt!
 Kein lästiges ständiges Haare aus dem Gesicht wischen
- einfach perfekt!

Samstag, 23. Mai 2015

Fertig ...

... ist es jetzt, mein Projekt Garagenwand und Hofbeet.

Die Wand erstrahlt jetzt 
in dem gleichen Blau wie die Hausfassade.
 Ich hatte noch Restfarbe, die bei dieser Gelegenheit aufgebraucht wurde (eh sie kaputt ging).


Für große farbgestalterische Experimente
 war es einfach zu wenig Farbe, 
der Rest hat gerade so eben gereicht. 
Durch die unregelmäßige, flickenteppichartige Struktur
des Untergrundes wirkt die Wand trotzdem belebt.


Das kleine Glasbaustein-Fenster 
bekam einen cremefarbenen Rand 
und auch die Fugen wurden mitgestrichen, 
ebenso der obere Mauervorsprung. 
Das ganze sieht nun recht freundlich aus.


Und kaum daß die Wand blau ist,  kommt auch schon der erste Besucher, der sie begutachtet ...


Meine Beetecke wollte ich gerne etwas vergrößern,
 ohne allerdings gleich wieder mühsam den Betonboden aufzubrechen. Also habe ich einfach auf den Betonboden eine kleine Einfassung gemauert.

Vor dem Mauern bekam die Garagenwand einen Bithumenanstrich in entsprechender Höhe,
und auch die Steine hatte ich schon mal in der vorgesehenen Weise zur Probe ausgelegt.



Und so sieht es fertig aus:


Hier kann man sehen, 
daß ich über die ürsprünglich dreieckige Form hinaus 
die Einfassung auf den Beton gemauert habe.


Die Backsteine haben wir noch im Keller gefunden und teilweise sind sie von einem Mauerdurchbruch im Haus. Diese gebrauchten Steine sind natürlich nicht mehr so ganz intakt - es fehlt auch schon mal eine Ecke, oder sie sind überhaupt unreglmäßig. Aber genau das macht den Charme einer solchen Wand aus. 
So entstandene "Lücken" hab ich gefüllt
mit schönen Kieselsteinen und bunten Glasscherben 
aus meiner Fundkiste.


Der schöne runde, bemooste Stein macht sich gut hier.






Eine weitere Schwierigkeit 
war das in zwei Richtungen abfallende Gelände. 
Diesen Höhenunterschied hab ich beim Mauern der ersten Reihe ebenfalls mit flacheren Steinen und Kieselsteinen ausgeglichen.



Damit sich eventuell größere Regenwassermengen 
nicht an der tiefsten Stelle auf dem Betonboden 
im Beet sammeln, hab ich einen  
Not-Abfluß eingebaut: 
Ein kleiner Flaschenhals wurde in den Mörtel eingebettet und dahinter liegt ein größerer Haufen Kieselsteine. 
Diese dienen als Filter,
damit der Abfluß nicht mit Erde verstopft.


Das Mauern war gar nicht so schwer 
und hat total Spaß gemacht!

Nachdem der Mörtel schön getrocknet war ging's ans Befüllen. Unglaublich, wieviel Erde dieses kleine Beet geschluckt hat! Die Kletterhortensie kam genau ins Eck ...


 ... und Knospen hat sie auch schon.

 
 Zur Gesellschaft bekam sie noch 
Funkien, Farn, Schwertlilie
und eine kleine Bauernhortensie. 
Für den Blickfang im Winter sorgen Christrosen.





Dieses Gebilde, das da auf der Ecke thront, 
ist einfach ein dicker Glasbrocken. 
Ich bekam ihn irgendwann mal geschenkt - keine Ahnung was es jemals war oder wo er herkommt. 
Aber ich schlepp ihn schon Jahre lang mit mir und er schimmert einfach nur schön in der Sonne.

 
So sah es aus Anfang Mai.

Zwischenzeitlich hat sich die Erde noch mal gesetzt, 
so daß ich ein bißchen nachfüllen mußte. 
Die Pflanzen fühlen sich offensichtlich recht wohl im Beet, 
denn es sind ganz deutliche Fortschritte zu erkennen. 
So sieht es heute aus:
Die Kletterhortensie nimmt recht zielstrebig Anlauf, 
die Wand zu erobern ...


... und hat ihre ersten zarten, 
elfenhaften Blüten geöffnet!



Ich glaube, das hier sind die ersten Ansätze 
von kleinen Haftwurzeln. 
Übrigens: auf weißen Wänden entwickeln Kletterhortensien kaum bis gar keine Haftwurzeln! 
Nun hoffe ich mal, daß ihr die blaue Farbe gefällt!

 
Auch die kleine Bauernhortensie hat noch Blüten zugelegt




Ein schöner Blickfang, wenn man zum Hof hereinkommt!


Auch Johnny genießt das sonnige Plätzchen. 
Allerdings ist hier nur am Vormittag Sonne. 
Später wandert der Schatten über die Wand, was den Hortensien, den Funkien und dem Farn sicher gut gefällt.



Irgendwie komm ich grad kaum zum Schreiben, denn die nächste Baustelle ist schon voll im Gange und ein Ereignis jagt das nächste ... aber es geht weiter hier - versprochen!

Ein schönes und hoffentlich sonniges Pfingsten 
wünsch ich euch Allen!

Freitag, 17. April 2015

Ab ...

... sind sie jetzt, die verschiedenen, im Lauf der Jahre übereinander gemalerten und mittlerweile abblätternden Farbschichten an der Außenwand unserer Garage.

Eigentlich wollte ich nur .... also, jetzt mal ganz der Reihe nach.
Unser Hof ist durchgehend betoniert, kein freies Stückchen Erde. Den Beton kann man nicht so einfach entfernen. Aber an zwei kleinen Stellen haben wir den Beton dann doch aufgebrochen und ein bißchen Erde freigelegt. Eine Kletterrose gedeiht mittlerweile prächtig und ist kaum in Zaum zu halten. In die Garagenecke hatte ich ebenfalls eine Rose - eine Ramblerrose -  an ein riesiges Treibholzgestell gepflanzt. Auch diese nahm gigantische Ausmaße an (im Bild rechts).


Aber der Standort war nicht gut. Sie wurde in dieser Ecke immer wieder von Rost befallen und überragte die Garage ganz gewaltig. Das wiederum führte dazu, das die Regenrinne der Garage von den Rosenblüten und vom Rosenlaub immer total verstopft war. An der Wand hinterließen die Läuse dunkel gesprenkelte Flächen, was auch nicht gerade schön aussah. Also wurde die Rose komplett runtergeschnitten, vorsichtig ausgegraben und verschenkt. Mittlerweile entfaltet sie ihre ganze Pracht im Garten lieber Freunde.
Jetzt sah die Wand aber entsetzlich kahl aus. Also beschloß ich, die Wand zu begrünen.
Dazu mußten nun zunächst die alten blätternden Farbschichten ab. Das wollte ich eben mal mit einem Spachtel schnell erledigen .... es gab seeeehr viele lose Stellen .... wenn man erst mal anfängt ...!
Also hab ich meinen elektrischen Spachtel ausgepackt und war zwei Tage beschäftigt. Meine Hände fühlten sich von dem vibrierenden Gerät wie Bienenkörbe an.



Danach wuren alle Risse und Macken in der Wand ordentlich gespachtelt, eine größere Stelle ganz neu verputzt und eine Maueraussparung zur Straßenseite, die als Zeitungsfach diente, hab ich auch gleich zugemauert. Denn die Zeitung wurde aus diesem Fach immer wieder geklaut.


Diese Wand mit all ihren Spuren aus der Vergangenheit wirkt auf mich ähnlich wie die Falten in einem Gesicht. Sie erzählen beide - die Wand und das Gesicht - ihre Geschichte. Das darf sein.


Ich werde die Wand nun grundieren und mit dem Rest der blauen Farbe unserer Fassade streichen. Was jetzt wie ein Flickenteppich wirkt wird der Wand hoffentlich eine interessante Struktur verleihen. Ich bin sehr gespannt, wie das aussehen wird. 

Und dann kann ich endlich mein Mini-Beet in der Ecke gestalten.


Eine Kletterhortensie soll sich ganz romantisch über die Wand ausbreiten und den Eingangsbereich mit ihren hübschen Blüten schmücken.


Mal sehen, was sonst noch so in der kleinen Beetecke Platz finden wird!

Diese Geschichte gehört natürlich auch in die Rubrik "Rettet die Lachfalte"- Glückliche Gärtnerinnen in Traude's Rostrosenblog!