Wie ich bereits erzählt habe, bekam ich diese kleinen Kacheln von einer Freundin geschenkt. War es ein Zufall, daß die Motive so gut zu mir passen ?
Zuerst wußte ich gar nicht so recht, wie und wo ich sie verwerten könnte. Aber sie gefielen mir. Immer wieder betrachtete ich sie und entdeckte langsam eine sehr enge Beziehung zu markanten Themen in meinem Leben.
Das Schiff
nichts hat mich wohl mehr geprägt als
mein Leben auf dem Schiff.
Hineingeboren in eine Familie mit uralter Schiffertradition und aufgewachsen
auf einem Binnenschiff verbinde ich damit
meine schönsten Kindheitserinnerungen. Das Leben auf dem Mikrokosmos Schiff, auf sehr begrenztem Raum mit der Familie, vermittelte mir eine große Geborgenheit und gleichzeitig war die Welt fast ohne Grenzen. Viel Zeit verbrachte ich
mit meinen Eltern im Ruderhaus - dem Steuerstand. Mein Vater war immer da. Er ging nicht morgens zur Arbeit und kam abends erst wieder nach Hause. Arbeitsplatz und Zuhause waren identisch.
Ich hatte in der Regel keine Spielkameraden, keinen Kindergarten, kein Fernsehen - aber nichts hat mir gefehlt.
Jeden Tag an einem anderen Ort, jeden Tag andere Eindrücke. Die ganze weite Welt umgab mich auf immer neue Weise. Sie glitt an mir vorüber und ich bewegte mich auf wundersame Weise in ihr. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie es wohl wäre immer am gleichen Ort zu leben. Eine sehr glückliche Zeit.
Noch heute emfpinde ich eine tiefe Verbundenheit zum Wasser und zu den Schiffen.
Und so ist das Schiff für mich ein Symbol der Freiheit. Eine Freiheit, die völlig unabhängig von äußeren Begrenzungen erlebbar ist. Die Freiheit, die auch nicht durch noch so enge Mauern beschnitten werden kann. Es ist die Freiheit im Kopf. Die Phantasie, die sich über alle Begrenzungen hinweg entfalten kann. Die alle Hindernisse und Hürden überwinden kann.
Eine Freiheit, die mir niemand nehmen kann.
Die Burg
Als Binnenschiffer waren wir sehr viel auf dem Rhein unterwegs. Ganz besonders schön ist auf der Mittelrheinstrecke die Gebirgsstrecke von Oberwesel bis St. Goar. Steile, felsige Hänge, Weinberge und hoch oben auf den Felsen thronende trutzige Burgen bestimmen den Charakter der Landschaft. Jede Burg hat ihre Geschichte und hütet so manches Geheimnis - eng damit verbunden das Leben der Menschen in und um die Burg. Sie bot durch ihre Befestigungsanlagen Sicherheit. Man konnte sich hinter ihren Mauern verschanzen, sich verbergen. Kämpfe wurden ausgefochten, es gab Siege und Niederlagen, es wurde gelacht und geweint, Feste wurden gefeiert, Träume geträumt ...
Später dann entwickelten sich die Burgen immer mehr zu Schlössern, die Schutzfunktion trat in den Hintergrund. Sie dienten nun als repräsentative, oft prachtvoll ausgestattete adlige Herrenhäuser.
Meine Geheimnisse,
meine kühnsten Träume, meine zerplatzten Träume,
meine sehnlichsten Wünsche,
meine unausgegorenen Pläne.
Mein geschützter Raum.
Für all das steht die "Burg".
Mein prachtvolles "Schloß".
Das hab ich tatsächlich so gefunden
- ein kleines Steinchen, das fest in der Scherbe eingeschlossen ist
Alle Scherben wurden in ihrem Orignalzustand eingefügt, sie wurden nicht mehr nachbearbeitet.
Wer erkennt den Schriftzug
- welches Geheimnis steckt da drin?
Als ich diesen abgebrochenen Henkel fand
(vermutlich von einer Tasse),
wußte ich sofort: das wird mal ein Aufhänger!
Die Kanten sind vom Wasser ganz glatt geschliffen
- also keine Verletzungsgefahr.
Und nun der Gesamteindruck
Unter der Arbeitsfläche fehlt noch ein Vorhang
- kommt noch!
Das große Löwen-Mosaik entstand,
weil der Rand für eine volle Fliesenbreite
nicht ausgereicht hätte.
Und wer noch nicht genug hat von Scherbenmosaiken
- demnächst gibt's ein weiteres Thema
- allerdings auf eine etwas andere Art ...