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'Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort.
Und die Welt hebt an zu singen,
triffst Du nur das Zauberwort.'
Joseph von Eichendorff


Diese Worte üben auf mich immer wieder einen ganz besonderen Zauber aus.
Magische, verheißungsvolle Worte.
Begeben wir uns auf die Suche nach dem 'Zauberwort', erschließt sich uns die Schönheit in der Welt und inspiriert uns zu eigenem Schaffen.


Dienstag, 27. Oktober 2015

Unkräuter oder 'Wildkräuter'?

Jetzt kommt die kalte, dunkle Jahreszeit und frisches Grün für den Speiseplan ist rar. Eigentlich ist es nur noch aus dem Gewächshaus oder aus weit entfernten, warmen Regionen zu bekommen. Glaubt man. Aber auch in unseren Breitengraden hat die Natur selbst im Winter Wertvolles zu bieten.
Sicher kennen alle dieses kleine, unscheinbare Kräutlein mit den winzigen weißen, sternförmigen Blüten. Meist wird ihm sogar großes Unrecht angetan. Als unerwünschtes Kraut versucht man es aus dem gepflegten Garten zu verbannen und reißt es als Unkraut gnadenlos aus.

Na, hat sie jemand schon erkannt? 
Es ist die Vogelmiere / Stellaria media 
von der ich hier schreibe.
Hier bei uns nennen wir das Kräutlein auch 'Meierich' 



Die Vogelmiere hat ganz unglaubliche Eigenschaften und Fähigkeiten. Sie ist ein wertvoller Vitamin- und Mineralienlieferant. Sie wächst das ganze Jahr über, auch im Winter, und fast überall. Sogar unter einer Schneedecke kann man herrlich frische, grüne Vogelmiere finden.
Bei mir z.B. wächst sie in fast allen Töpfen und Kübeln, sie ist allgegenwärtig und ich bin richtig glücklich darüber. Beinah das ganze Jahr über kann ich herrliches Grün für die Küche ernten - völlig umsonst und ohne großes Zutun.
Hier ein guter Link mit schönen Photos und interessanten Informationen zu diesem wertvollen Wildkraut. Und da gibts noch ein Video dazu.

Zum Salat, als leckeres Pesto 
oder herzhafter Brotaufstrich
 - die Vogelmiere ist ein absolutes Alround-Talent. 

Ich hab gerade meinen 
Lieblingsvogelmierenbrotaufstrich gemacht!


Eine handvoll Vogelmiere reicht aus. Die gröberen Stiele entferne ich, ansonsten verwerte ich alles - feinere Stiele, Blätter, Blüten und Knospen. Grob zerkleinern. Mehr oder weniger (3-5) hart gekochte Eier kleinhacken. Mit Frischkäse, ein wenig Naturjoghurt und einem Schuß Olivenöl vermischen und pürieren. Abschmecken mit Salz und Pfeffer.


 Hmmmm - total lecker - absolute Suchtgefahr!


Im Kühlschrank hält sich der Aufstrich 
ein paar Tage problemlos
 - aber meist ist er ganz schnell aufgegessen.


 Superlecker auch zu Pellkartoffeln!


Das Rezept stammt von den Siefersheimer Kräuterhexen. Viele zauberhafte Rezepte haben sie in diesem Buch aufgeschrieben. Die Kräuterhexen veranstalten regelmäßig ganz wunderbare Kräuterwanderungen und viele weitere erlebnisreiche Events übers ganze Jahr. Wenn jemand hier aus der Region rund um die Rheinhessische Schweiz kommt - Prädikat absolut empfehlenswert.


Übrigens - wenn ich sehr viel Vogelmiere esse, bekomme ich viel festere Fingernägel. Das liegt an dem hohen Kieselsäuregehalt dieses Kräutleins. Kieselsäure ist ja bekanntlich sehr gut für Haut, Haare und Nägel.

Und wer mit offenen Augen durch die Natur geht, der entdeckt manchmal auch solch verborgene Wesen. Diesen drolligen kleinen Kerl hab ich in einem Treibholzstöckchen gefunden.


Wie lange er da wohl schon wohnt?

Kommentare:

  1. Oh je, wir wohnen so mitten in der Stadt, und auch mein Gärtchen gibt sehr wenig her, da muss ich mir wohl einen anderen Brotaufstrich machen. Das Rezept klingt sooo lecker, dass ich auch mal ohne Vogelmiere was Ähnliches versuche.
    Vielen Dank, liebe Antje,
    liebe Grüße aus "Mitten-in-Danzig"
    Angelika

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    1. P.s.: Der Treibholzbengel ist ja süß.

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    2. Liebe Angelika,
      ganz sicher funktioniert der Brotaufstrich auch mit anderem Grünzeug. Vielleicht mit Rucola? Aber halt mal die Augen auf - vielleicht findest Du die Vogelmiere auch mitten in der Großstadt ... sie fühlt sich auch in Balkonkästen oder in einem vergessenen Blumentopf im Hinterhof wohl ... ich denk manchmal, sie sucht uns förmlich, damit wir sie genießen können.
      Liebe Grüße
      Antje

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  2. Ein Engel aus einer anderen Zeit. Auf den ersten Blick hätte ich gedacht es ist Portulak.
    das sieht aber lecker aus und zu Pellkartoffeln,,,hmmm.
    Ich trau mich ja nicht immer an die Kräuter, aber eine Nachbarin kennt sich gut aus mit Girsch und Löwenzahn usw.
    liebe Grüsse, Klärchen

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    1. Oh ja - Portulak ist sicher auch eine gute Idee! Muß ich mal ausprobieren.
      Engel und Elementarwesen - ich bin sicher, ganz viele sind um uns herum ... und vielleicht zeigen sie sich ja hin und wieder mal auf die eine oder andere Weise ... und vielleicht auch in einem kleinen Treibholzstöckchen ...
      Liebe Grüße
      Antje

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  3. Liebe Antje,
    dein Aufstrich liest sich sehr lecker. Vogelmiere gibt es auch in unserem Garten immer reichlich und kommt fast jedes Mal in unseren Salat, aber dein Aufstrich werde ich ganz sicher mal ausprobieren. Lecker ! Dein Treibholzkerlchen sieht ganz schön gefährlich aus oder hat er sich nur erschrocken, nachdem du ihn entdeckt hast !?
    LG Rita

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    1. Also, ich kann Dich beruhigen - er wohnt in seinem Stöckchen jetzt schon eine ganze Weile auf meiner Fensterbank neben meinem Platz - er ist völlig ungefährlich ;)) Er beobachtet zwar genau, was ich so mache, aber er bleibt ganz brav in seinem Stöckchen und lacht mich hin und wieder an. Ich behandle ihn allerdings auch sehr respektvoll!
      Liebe Grüße
      Antje

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  4. drolliger troll!
    jetzt muss ich direkt mal nach vogelmiere im garten gucken! dein aufstrichrezept klingt superlecker! ich esse ja vor allem im zeitigen frühjahr den giersch - auch so ein von strebergärtnern gehasstes kraut. dabei ist auch der extrem gesund. und das allererste grün im garten. nur verwechseln sollte man ihn nicht. der ihm ähnliche schierling befördert einen ganz fix in die ewigen jagdgründe!
    danke für den tip!!!! xxxxx

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    1. Vogelmiere kannst du leicht erkennen - wenn Du sie pflückst oder zerrupfst, dann findest du im Stängel so ein dehnbares Fädchen. Giersch hab bei uns leider noch gar nicht gefunden.
      Liebe Grüße
      Antje

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  5. Liebe Antje,
    ich habe Vogelmiere bisher immer nur in den Salat gegeben, aber wenn ich bei dir so lese, dass dieses Kräutlein für die Fingernägel so gesund ist, werde ich es mal häufiger auf den Speisezettel bringen. (Denn meine Nägel sind nicht so toll...) Ich kenne sie übrigens auch aus einem ähnlichen Buch, das mir meine Mutter geschenkt hat, darin geht's ums "Kochen mit Unkräutern" - finde ich ziemlich spannend, weil ich auch so eine Kräuterhexe bin!
    Dank dir sehr für deine lieben Zeilen zu unserem deutsch-österr. Bloggertreffen. Deine Anregung finde ich natürlich toll, allerdings kann ich mir auch vorstellen, wie schwierig es ist, so ein groß angelegtes, länderübergreifendes Bloggertreffen zu organisieren. Elisabeth und ich haben ja schon mal ein "ostösterreichisches Bloggertreffen" organisiert - http://rostrose.blogspot.co.at/2012/06/bloggertreffen-laxenburg-2012.html - das war wirklich große Klasse und viel Spaß für alle - und wir waren davon überzeugt, dass wir das jetzt jedes Jahr machen würden. Aber wir haben es seither nicht mehr geschafft, einen Termin zu finden, der für uns beide organisatorisch gleich gut machbar wäre... (weil mal sie, mal ich auf Urlaub ist oder gerade eine stressige Phase oderoderoder... ;o))
    Alles Liebe und happy Weekend!
    Herzlichst, die Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2015/10/abschied-vom-oktober.html

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    1. 'Unkräuter' einfach aufessen - das finde ich absolut genial! Es gibt sie vollkommen umsonst, sie schmecken superlecker und sie bieten Alles und noch viel mehr als gekauftes Gemüse!
      Tja, und so ein Bloggertreffen - es wär schön, aber wahrscheinlich ist es wirklich seeeeeeehr schwierig zu realisieren.
      Auch Dir ein schönes Wochenende und
      liebe Grüße
      Antje

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